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IHK24

’Gesunde Mitarbeiter - starke Unternehmen - attraktive Region’ - Fachtagung zur betrieblichen Gesundheitsförderung am 18. Mai 2011, Insel Mainau

Gesundheitsförderung der Mitarbeiter wird für Unternehmen immer wichtiger

IHK-Fachtagung auf der Insel Mainau - Experten gaben praktische Tipps

Konstanz/Schopfheim Steigende berufliche Anforderungen, höherer Leistungsdruck oder ständige Verfügbarkeit: Bei vielen Menschen wirken sich die Belastungen im Beruf mitunter negativ auf die Gesundheit aus. Die Folge: eine Zunahme der chronischen und psychischen Krankheiten und ein Ansteigen der Fehltage in den Betrieben. Viele Firmen haben diese Zusammenhänge bislang erkannt und setzen auf ein System der betrieblichen Gesundheitsförderung. Mit Vorsorgemaßnahmen, Gesundheitstagen und Sportangeboten bieten Unternehmen ihren Belegschaften eine Fülle zur Förderung der eigenen Fitness und des Wohlbefindens an. Aber nicht nur Krankheiten und Fehlzeiten, gerade der immer dramatischer werdende Fachkräftemangel erfordert von den Betrieben neue Konzepte, um einer älter werdenden Belegschaft gute Voraussetzungen zu bieten, bis zur Rente berufstätig und leistungsfähig bleiben zu können. Auf der Insel Mainau informierten nun Experten im Rahmen einer Fachtagung über die Chancen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Geschäftsführer und Personalleiter renommierter Firmen aus der Region berichteten von ihren Erfahrungen und stellten beispielhaft ihre Aktivitäten vor. Dabei wurde klar: Gesundheitsmanagement ist für alle Unternehmen, egal ob Konzern oder Kleinbetrieb, ein wichtiges Instrument, um die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Mitarbeiter langfristig zu erhalten.

Graf Björn Bernadotte, Vorstand der Lennart-Bernadotte-Stiftung, hat für die Mitarbeiter auf der Insel Mainau ein ganzes Bündel verschiedenster Angebote entwickelt, die den speziellen Bedürfnissen der einzelnen Abteilungen Rechnung tragen. Dies habe man durch eine intensive Mitarbeiterbefragung ermittelt. Wichtig sei nämlich bei diesem Thema, dass man die Mitarbeiter mit den Angeboten nicht erschrecke, so Graf Björn. Vor allem sollten die Hürden für einen Einstieg in ein solches Programm für den Einzelnen nicht zu hoch gesteckt sein, betonte der Graf.

Wie unterschiedlich die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den verschiedenen Ländern sein können, davon berichtete Doris Dull vom Autozulieferer TRW Automotive Electronics & Components GmbH, Radolfzell. Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten in seiner Branche und beschäftigt Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Die Personaldirektorin gab einen Einblick in das von TRW betriebene Gesundheitsmanagement, das seinen Schwerpunkt gerade in der Arbeitssicherheit sieht. So sei es in Brasilien beispielsweise wichtig, dass dort keine Arbeitsunfälle geschehen, denn eine Verletzung des Mitarbeiters während der Arbeitszeit führe nach brasilianischem Recht gleich zu dessen Unkündbarkeit, erzählte die Personalexpertin. Die Mitarbeiter im chinesischen Werk wiederum legten gar keinen Wert auf Gesundheitsangebote. Dort wollen die Mitarbeiter möglichst viel arbeiten, um viel Geld verdienen zu können, so Doris Dull.

Auch die Stadtwerke Radolfzell GmbH haben durch eine Befragung ihrer Belegschaft ermittelt, welche Angebote im Gesundheitsbereich wohl gefragt seien. Das Unternehmen beschäftigt 58 Mitarbeiter und bietet seit Anfang des Jahres betriebliche Gesundheitsförderung an. Die Angebote in den Bereichen Ernährung und Bewegung setzen dabei sehr stark auf das Gruppenerlebnis, erzählt Thomas Isele, Geschäftsführer der Stadtwerke Radolfzell GmbH. Die Stärkung der Gruppe sei ein besonderer Wunsch aller Abteilungen gewesen. Da seine Mitarbeiter häufig Stresssituationen ausgesetzt seien, müsse man ihnen helfen, mit Belastungen umzugehen und einen persönlichen Ausgleich für sich schaffen zu können. „Wenn sich ein Mitarbeiter bei seiner Arbeit im Unternehmen wohlfühlt, dann stimmt auch seine Leistung“, erklärt Thomas Isele.

Außerdem zeigte Gerhard Segmiller, Ministerialdirigent im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg, die Wichtigkeit eines Betrieblichen Gesundheitsmanagement aus Sicht des Landes Baden-Württemberg auf.

Im abschließenden Vortrag zeigte Prof. Dr. med. Joachim E. Fischer, Direktor des Mannheimer Instituts für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin (MIPH), den anwesenden Zuhörern eindrücklich auf, wieso der Chef für die Gesundheit der Mitarbeiter wichtiger ist als der Arzt. Die wissenschaftlich fundierte Begründung des Zusammenhangs zwischen Führung und Gesundheit überzeugte die rund 130 Besucher der Fachtagung, die mit einer Menge Tipps und Anregungen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement im Gepäck am Abend die Insel Mainau wieder verließen.

Hier die Präsentationen zu den Praxisbeispielen:

Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Sicht des Landes Baden-Württemberg

Aus der betrieblichen Praxis

BGM -Wieso, weshalb und was konkret?

BGM: Pflicht oder Kür?

Kleines Unternehmen, große Chance: BGM auch als Mittel zur Mitarbeiterbindung

Der Nutzen eines BGM für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)

DOKUMENT-NR. 80051

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